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Welche verschiedenen Camber haben Snowboards?

Wenn ihr euch euer neues Snowboard aussucht, müsst ihr euch notgedrungen mit dem Camber, also dem Profil, auseinandersetzen. Nicht zu verwechseln ist der Camber mit der Form (Shape) des Snowboards.

Shapes beschreiben das Aussehen des Snowboards in der Draufsicht - also entweder Twintip, direktional oder Directional Twin. Solltet ihr zu diesen Formen Fragen haben, dann empfehlen wir euch unser Tutorial zur richtigen Snowboard-Form.

Camber sind beim Snowboarden nichts Neues, aber in den vergangenen Jahren haben sie an Popularität gewonnen. Fahrer (und Hersteller) haben gemerkt, welch großen Einfluss der Camber auf die Performance des Snowboards hat. Seither sind Dutzende neue Camber-Formen auf den Markt gekommen.

Was genau ist dabei ein Camber? Der Camber bzw. das Profil ist die Krümmung des Snowboards, wenn es flach auf dem Boden aufliegt und ihr es von der Seite betrachtet. Diese Krümmung gibt dem Board seinen Charakter. Sie kann für Verspieltheit stehen, das Board mehr oder weniger nachgiebig oder stabiler machen oder den Auftrieb verstärken. Es gibt unzählige verschiedene Camber, aber wir wollen es auch nicht komplizierter machen, als es ist: Wir konzentrieren uns auf sechs Camber-Profile, anhand derer ihr besser verstehen werdet, welche Funktion das Snowboard-Profil hat. Jeder Hersteller hat dabei seine eigenen Unterarten und Namen für den jeweiligen Camber, aber letztlich gehen alle immer auf einen der folgenden sechs Camber zurück. 

Klassischer Camber
TBT oder Triple Base Technology
Rocker
Flat Camber
W Camber
Camber + Rocker

Klassischer Camber

Der klassische Camber oder traditionelle Camber kommt aus dem Snowboard-Sport. Lange vor den Rockern, Hybrid-Cambern oder Hybrid-Rockern war der klassische Camber im Snowboard-Bereich das Nonplusultra. Dieses Profil ist nicht unbedingt am leichtesten zu steuern, aber es wartet mit der höchsten Performance auf. Wenn ihr das Board flach auf den Boden legt, ohne euer Gewicht darauf zu geben, sieht es aus wie ein gespannter Bogen. Camber bieten eine hohe Stabilität, Präzision, viel Pop und stehen für eine starke Kraftübertragung. Sie eignen sich ideal für Carving und engagiertes Fahren und kommen mühelos mit hohen Geschwindigkeiten zurecht. Der Nachteil: Klassische Camber zeigen sich nicht sehr nachgiebig bei Fehlern und Anfänger neigen auf ihnen zum Verkanten.  

TBT oder Triple Base Technology

Dieses sehr spezifische Profil wurde von zwei Snowboard-Marken entwickelt und wird von diesen verwendet: Bataleon und Lobster. Wir möchten es euch in diesem Tutorial vorstellen, weil es sich stark von allem unterscheidet, was ihr sonst noch auf dem Snowboard-Markt findet. So richtig ist es kein Profil, andererseits aber doch. Vereinfacht gesagt ist die Basis von Nose und Tail in drei Zonen unterteilt. An den Seiten ragt es nach oben und verringert so die Kontaktfläche zum Schnee, wenn ihr geradeaus fahrt, was das Board spielerisch und nachgiebig macht. Die mittlere Zone des Boards (zwischen den Bindungen) ist flach und bietet Kontrolle und Reaktionsfreudigkeit. Wenn ihr euch auf die Kanten lehnt, profitiert ihr vom vollen Kantendruck, was für Kontrolle und Nachgiebigkeit sorgt.


Stabiler Mittelteil

Die Basis liegt zwischen und unter den Bindungen flach auf dem Boden. Ihr bekommt Stabilität und Kontrolle unter euren Füßen.


Gehobener Bereich von den Bindungen zu den Extrempunkten

Seitlich ist das Board in Richtung Tail und Nose nach oben aufgebogen, was einem Verkanten vorbeugt. Diese leichte Aufbiegung macht Schwünge, Turns und Butters einfacher und das Board zugleich weniger anfällig für ein Verkanten.


Side Kick Tip

Die Erhöhung nimmt an den Extremitäten der Kanten zu. Die Seiten erinnern somit ein wenig an ein Schiff und befördern einen Auftrieb-Effekt im Pulverschnee, was es wiederum möglich macht, in schwierigem Gelände bissiger zu fahren.

Zugegeben: Diese Technologie ist nicht einfach zu verstehen und sehr komplex. Schaut euch am besten das folgende Video zur Triple Base Technology an.

Rocker

Der Rocker ist ein umgekehrter Camber und hat den Snowboard-Sport ordentlich aufgewirbelt, als er auf den Markt kam. Bekannt ist er auch als Bananen-Camber, weil er gebogen ist wie eine Banane. Im Grunde ist er das genaue Gegenteil des klassischen Cambers. Die Mitte des Boards hängt nicht in der Luft, sondern hat als einziger Bereich Bodenkontakt. Dafür hängen Nose und Tail in der Luft. Ein derartiger Camber bringt eine ganze Reihe positiver Eigenschaft mit sich. Da die Kontaktpunkte oberhalb des Schnees aufragen, ist das Board weniger anfällig für Verkantungen. Es zeigt sich drehfreudig und nachgiebig. Kurven geraten flüssiger und das Surfen im Tiefschnee fällt leichter. Rocker-Profile eignen sich dank ihrer spielerischen Art sehr gut für Freestyle.

Ein paar Nachteile gibt es aber auch. Rocker sind nicht so stabil und präzis wie klassische Camber, zudem sind sie nicht so reaktionsfreudig und haben weniger Pop. Rocker mögen es mehr, wenn ihr es ruhiger angehen lasst, statt druckvoll zu fahren. Eine Einschätzung, ob Rocker besser oder schlechter sind als klassische Camber, können und wollen wir nicht geben. Sie sind schlicht anders und eignen sich für bestimmte Aktivitäten besser oder schlechter.  

Flat Camber

Der Flat Camber, also der flache Camber, ist ein Mittelding. Mitunter findet ihr ihn auch als Zero Camber. Er ist komplett flach und will das Beste aus beiden Welten vereinen. Er bietet mehr Grip, mehr Reaktionsfreude und eine höhere Stabilität als ein Rocker und ist nachgiebiger, spielerischer und einfacher zu steuern als ein klassischer Camber. 

Der Flat Camber ist eine gute Wahl, wenn ihr häufiger das Gelände wechselt. Wenn ihr also sowohl eure Freestyle-Skills fördern, durch den Pulverschnee surfen und auf der Piste entlangrauschen wollt, dann ist der Flat Camber definitiv eine Option für euch.  

Hybrid Rocker

Der Hybrid Rocker oder auch W-Rocker oder Mixed Camber ist eine Mischung aus Camber- und Rocker-Profil. Während der Flat Camber vor allem die schlechten Seiten von klassischem Camber und Rocker auszumerzen sucht, betont der Hybrid Rocker die positiven Seiten beider. Unter den Füßen habt ihr einen klassischen Camber, der für Kontrolle, Reaktionsfreude und Pop sorgt. Dazu bekommt ihr drei Rocker-Bereiche - je einen zwischen den Bindungen, an der Nose und am Tail - die für Verspieltheit, Nachgiebigkeit, Auftrieb und ein flüssiges Fahren sorgen. 

Der Hybrid Rocker ist der beste Kompromiss, wenn ihr das Beste aus allen Camber-Profilen sucht.  

Hybrid Camber

Der Hybrid Camber oder auch Camber + Rocker ist häufig unter dem Namen Camrock anzutreffen. Wie es der Name schon sagt, besteht dieses Profil aus zwei Rockern an Nose und Tail und einem Camber-Bereich zwischen den Bindungen. 

Dadurch werden Drehungen etwas komplizierter, dafür gewinnt ihr aber an Kontrolle, Reaktionsfreudigkeit und Pop. Der Camrock kombiniert das leichte Gefühl des Rockers mit dem soliden Grip des Cambers. Dieses Profil eignet sich bestens, um auf und abseits der Piste Snowboard zu fahren und in jedem Gelände Spaß zu haben.
Dieser kurze Überblick soll euch helfen, die verschiedenen Camber-Profile zu verstehen, die ihr bei den Snowboards findet. Wie schon ganz am Anfang gesagt: Es gibt noch massig viele andere Varianten, die aber alle mehr oder weniger stark auf die vorgestellten sechs Profile zurückgehen. Ihr findet zum Beispiel asymmetrische Profile mit einem in Richtung Tail zurückgesetzten Camber oder mit einem Rocker, der an der Nose länger ist, was Surfen im Pulverschnee begünstigt. Ziel dieses Tutorials ist zu vermitteln, wie die verschiedenen Camber und Rocker wirklich funktionieren und welche Auswirkungen sie für das Snowboard haben. Ihr solltet euren Camber deshalb nach euren Fertigkeiten und eurem Style aussuchen. Jeder Fahrer hat dabei eigene Präferenzen und jeder Camber passt zu einem anderen Style.