Wie funktionieren Skifelle?
Das Skifell ist ein unverzichtbares Element beim Skitourengehen. Es wird unter die Skibase geklebt und ermöglicht es dir, Hänge hinaufzusteigen, ohne nach hinten zu rutschen, dank der in eine Richtung ausgerichteten Fasern: sie gleiten nach vorne, bieten aber Halt nach hinten. Dies nennt man den Rückrutscheffekt. Ein Skifell besteht aus einer Klebefläche, die mit der Skibase in Kontakt steht, einer Faser- und Gewebefläche, die den Schnee berührt, sowie einem Befestigungssystem, das es an beiden Enden des Skis fixiert.
Wie klebt das Skifell am Ski?
Noch bis vor kurzem wurden Skifelle vor allem mit Leim am Ski befestigt. Das sorgte für einen starken und zuverlässigen Halt an der Kufe, aber brachte auch ein paar gehörige Nachteile etwa in punkto Skipflege und Lagerung mit sich.
Inzwischen sind die Hersteller weiter und haben neue Methoden entwickelt, wie sich Skifelle am Ski befestigen lassen. Diese klebefreien Skifelle oder Adhäsions-Skifelle kommen dabei ganz ohne Leim aus.
1 - Klebefelle
Es handelt sich um das älteste und bewährte System. Die Skifelle mit Kleber haften fest an der Belagseite. Allerdings erfordern sie eine regelmäßige Pflege (erneute Verklebung), eine sorgfältige Lagerung auf einem Schutznetz und können bei der Handhabung verschmutzend wirken. Sie sind verlässlich und werden wegen ihrer Stabilität besonders geschätzt.
2 - Klebefreie Skifelle (Adhäsionsfelle)
Entwickelt von Marken wie Camp, Colltex oder Gecko, funktionieren die selbsthaftenden Felle nach dem Saugnapfprinzip. Sie benötigen weder Kleber noch ein erneutes Bekleben. Sie sind einfacher zu handhaben, lassen sich auf sich selbst zusammenfalten, mit lauwarmem Wasser reinigen und eignen sich perfekt für Tourengeher, die Wert auf Einfachheit legen. Der Preis ist etwas höher, doch sie überzeugen durch ihre praktische Handhabung.
Welche Fasern werden für Steigfelle verwendet?
Mohair ist eine Faser aus der Wolle der in Asien beheimateten Angora-Ziege. Diese Faser bietet hervorragende Gleiteigenschaften im Vorwärtsgang und verhindert, dass ihr zurückrutscht. Leider sind Mohair-Skifelle fragil und fasern schnell aus. Schnee neigt dazu, sich zwischen den Fasern festzusetzen und so die Haftung zu verringern sowie das Gewicht zu erhöhen. Und wie ihr wisst, ist beim Tourenski jedes Gramm extra eine Last. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ihr eure Skifelle regelmäßig pflegt, um ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten. Auf Mohair-Skifelle greifen vorwiegend Wettkampfläufer zurück.
1 - Mohair-Skifelle
2 - Synthetische Skifelle
3 - Hybrid-Skifelle: Mischfelle aus Mohair und synthetisch
Vergleich der Felltypen
| Felltyp | Gleiten | Haftung | Haltbarkeit | Pflegeaufwand | Für wen? |
|---|---|---|---|---|---|
| 100 % Mohair | +++++ | ++++ | +++ | Hoch | Wettkämpfer |
| Synthetik | +++ | +++ | +++++ | Niedrig | Anfänger, kleines Budget |
| Mix (70/30) | ++++ | ++++ | ++++ | Mittel | Regelmäßige Nutzung |
Welche verschiedenen Befestigungssysteme gibt es?
1 - Befestigung mit Haken an der Skispitze:
2 - Befestigung mit Haken an der Skispitze und Spanner am Skiende:
3 - Befestigung mit Inserts:
4 - Befestigung mit Frontspanner:
Dieses System ist die bevorzugte Lösung für Wettkämpfer, denn es ermöglicht es, die Skifelle in Sekundenschnelle abzunehmen, während ihr die Ski noch an den Füßen tragt. Allerdings sind Frontspanner-Skifelle nur mit einigen wenigen Ski spezifischer Tourenski-Marken wie Dynamit und Trab kompatibel.
Kurzum: Welches Skifell ist das richtige für euch?
1 - Die Größe eurer Ski:
2 - Euer Tourenski-Stil:
- Regelmäßige Tourengänger, denen eine gute Performance wichtig ist, sollten sich für ein Klebe-Skifell mit einer Befestigung an der Skispitze und einem Faser-Mix entscheiden.
- Gelegenheitstourer, die dennoch eine gewisse Performance wünschen, haben die Wahl zwischen Klebe- und klebefreien Skifellen mit einem einfachen Front-Befestigungssystem und Mohair-Fasern.
- Skifahrer, die mit dem Tourenski erst anfangen, sollten auf klebefreie Misch-Skifelle (Mohair + Nylon) setzen und eine Befestigung an Tip und Tail wählen.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte
- Klebetechnologien: klassischer Kleber (Zuverlässigkeit) oder selbsthaftend (Praktikabilität)
- Verfügbare Fasern: Mohair, Synthetik oder Mix (70/30)
- Befestigungssysteme: Vorderbügel, Hinterspanner, Insert oder Schnellspanner
- Auswahlkriterien: Erfahrungsniveau, Schneeart, Tourenlänge
- Pflege: entscheidend, um die Lebensdauer zu verlängern (bis zu 120 Touren)
Häufige Fragen :
Wie schneidet man Skifelle zu?
Platziert das Fell mittig auf dem Ski, mit der Haftseite gegen den Belag. Schneidet es mit einem Cutter zu, sodass an den Kanten 1 bis 2 mm sichtbar bleiben. Beginnt mit den Seiten, dann die Enden. Ein Cutter mit austauschbarer Klinge kann euch die Arbeit erleichtern. Für ausführlichere Informationen findet ihr alle Details in unserem Tutorial: Wie man Skifelle richtig zuschneidet
Wie bringe ich Skifelle an oder entferne sie?
Fixiert zuerst die Vorderseite je nach System, rollt das Fell bis zur Ferse ab und fixiert die Rückseite falls nötig. Streicht es glatt. Um es zu entfernen, löst ihr zuerst hinten, dann vorne. Faltet die Felle sofort auf sich selbst oder über ein Schutznetz.
Wie pflegt man seine Skifelle?
Lässt sie bei Raumtemperatur trocknen, nie auf einer heißen Oberfläche. Modelle ohne Kleber können mit lauwarmem Wasser abgespült werden. Reinigt Modelle mit Kleber mit einem geeigneten Tuch und verwendet bei Bedarf ein Anti-Antibocking-Mittel.
Wie lagert man die Skifelle am Ende der Saison?
Sobald sie trocken sind, faltet sie korrekt (auf einem Netz oder auf sich selbst, je nach Typ) und lagert sie an einem trockenen, kühlen Ort, geschützt vor Licht und Feuchtigkeit.
Wann sollten sie ersetzt werden?
Wenn der Kleber trotz Nachkleben nicht mehr hält, die Fasern abgenutzt sind oder sich ständig Klumpen (Bottungen) bilden. Ein gutes Fell kann bis zu 80 bis 120 Touren je nach Nutzung und Pflege halten.