Einfach oder hochwertig, in Tunnelform oder Kuppelzelt, für den Sommer oder das ganze Jahr: Der Outdoor-Markt hält ein wahnsinnig breites Angebot an Wanderzelten bereit. Sich einen Überblick zu verschaffen ist nicht ganz leicht. Wer ein Qualitätszelt sucht, das Komfort, Performance und ein angenehmes Gewicht vereint, sollte sich gut informieren. Unser Guide hilft euch dabei und gibt euch eine Entscheidungshilfe an die Hand, damit ihr das passende Zelt für eure Bedürfnisse findet, das euch bei euren Abenteuern treu begleitet.
Wichtige Kriterien für die richtige Zeltauswahl
- Zeltkonstruktion :
- Kuppelzelt (Iglu): selbsttragend, vielseitig, für alle Untergründe geeignet
- Tunnelzelt: leichter und windstabiler, benötigt weichen Boden
- Selbsttragend oder nicht :
- Selbsttragend für mehr Flexibilität auf hartem oder unebenem Gelände
- Nicht selbsttragend für optimiertes Gewicht und bessere Windstabilität
- Saisonklassifizierung :
- 2-Jahreszeiten-Zelt: Sommerbiwak, milde Bedingungen
- 3-Jahreszeiten-Zelt: vielseitig einsetzbar, wetterbeständig
- 4-Jahreszeiten-Zelt: für Winterexpeditionen und extreme Bedingungen
- Gewicht und Packmaß :
- Empfohlener Richtwert: ≤ 1,5 kg pro Person
- Packmaß und Volumen im Rucksack sind ebenso wichtig wie das Gewicht
- Einwandig oder Doppelwandig :
- Einwandig: leichter, schneller Aufbau, höhere Kondensationsneigung
- Doppelwandig: bessere Belüftung, komfortabler beim Biwakieren
- Wohnkomfort und Kapazität :
- Abwägen zwischen Innenraumkomfort und Gewichtseinsparung
- Die Form (Kuppel oder Tunnel) beeinflusst Volumen und Stehhöhe
- Apsis (Vorraum) :
- Unverzichtbar, um Rucksack, Schuhe und Ausrüstung wettergeschützt zu lagern
- Erhöht den Komfort beim Biwak und Trekking erheblich
- Wasserdichtigkeit :
- Mindestempfehlung: 1200 mm Wassersäule
- Nicht Wasserdichtigkeit mit Imprägnierung verwechseln
- Zeltfarbe :
- Helle Farben: lichtdurchlässiger, weniger hitzeanfällig
- Dunkle Farben: bessere Verdunkelung, wärmer im Inneren
- Footprint (Zeltunterlage) :
- Empfohlen zum Schutz des Zeltbodens, insbesondere bei Leichtzelten
- Verlängert die Lebensdauer und verbessert die Bodendämmung
Welche verschiedenen Zeltarten gibt es?
Bei Glisshop findet ihr zwei verschiedene Arten von Zelten: Kuppelzelte und Tunnelzelte. Wollt ihr von eurem Garten aus die Sterne beobachten oder die Mitternachtssonne in Norwegen genießen, sind beide gleichermaßen geeignet. Welches Zelt das bessere ist, hängt vom Gelände ab, in dem ihr unterwegs seid, und von den äußeren Umständen. Beim Kauf solltet ihr klare Prioritäten setzen, damit ihr das für euer Biwak passende Zelt findet.
Die Tunnelzelte
Wie der Name schon sagt: Diese Zelte besitzen eine Tunnelform. Sie sind eher lang und flach. Aufrecht stehen wie in eurem Wohnzimmer? Vergesst es! Allerdings hält diese Form Wind ziemlich gut stand. Oft besitzen diese Zelte zudem einen schönen Vorraum, damit ihr eure Ausrüstung unterstellen und vor der Witterung und Feuchtigkeit schützen könnt. Für diese Zelte braucht ihr aber einen ebenen Boden. Sie sind nicht selbsttragend und benötigen Streben und Heringe. Da Tunnelzelte leicht und kompakt sind, sind sie bei Abenteurern beliebt, die nach Performance Ausschau halten.
Die Kuppelzelte (Igluzelte)
Diese Zelte findet ihr etwas häufiger im Fachhandel. Mit ihrer runden Kuppelform können sie, anders als Tunnelzelte, selbsttragend sein. Der Vorteil: Sie lassen sich in so gut wie jedem Gelände aufstellen. Vom eher einfach gehaltenen Campingzelt bis zum Zelt für echte Expeditionen findet ihr in diesem Bereich wirklich alles. Einige dieser Igluzelte, wie man Kuppelzelte auch nennt, werden neuerdings mit seitlichen Bögen erweitert, um ihnen noch etwas mehr Wohnfläche zu geben.
Selbsttragend oder nicht?
Selbsttragende Zelte
Selbsttragende Zelte (meist Kuppelzelte) stehen auch ohne Abspannleinen oder Heringe stabil, sobald sie aufgebaut sind. Für eine bessere Windstabilität empfiehlt es sich dennoch, sie mit Heringen am Boden zu fixieren.
Vorteile:
- Leicht umstellbar, ohne komplett abbauen zu müssen
- Auf nahezu jedem Untergrund nutzbar, auch ohne Heringe
- Schneller Aufbau
Nachteile:
- Oft höherer Preis
- Wird meist mit dem Innenzelt (Moskitonetz) begonnen – unpraktisch bei Regen
Nicht selbsttragende Zelte
Nicht selbsttragende Zelte (oft Tunnelzelte) benötigen Heringe und Abspannleinen, um die Gestängebögen zu spannen und Stabilität zu gewährleisten. Entgegen der landläufigen Meinung sind korrekt aufgebaute, nicht selbsttragende Modelle sehr windstabil.
Vorteile:
- Hohe Windstabilität
- Oft robuster und langlebiger
- Preislich attraktiver
Nachteile:
- Nicht geeignet für sehr harte Böden
- Etwas aufwendiger im Aufbau als selbsttragende Modelle
Wasserdichtigkeit
Zur Bestimmung des Wasserdichtigkeitsgrades eines Zeltstoffs wird der sogenannte Wassersäulentest oder Schmerber-Wert verwendet. Dabei wird geprüft, ab welcher Wassersäulenhöhe (in mm) der Stoff durchlässig wird. Je höher der Wert, desto wasserdichter gilt das Material. Ein Zelt gilt ab 1200 mm Wassersäule als wasserdicht – das entspricht dem Standard für 2- bis 3-Jahreszeiten-Zelte. Wichtig: Wasserdichtigkeit ist nicht gleich Imprägnierung. Eine wasserabweisende Beschichtung ist nur eine Ergänzung zur eigentlichen Dichtigkeit.
Wohnkomfort: 1-, 2-, 3-Personen oder mehr?
Der Innenraumkomfort ist ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl eines Trekkingzelts. Während manche auf Komfort Wert legen, bevorzugen andere geringes Gewicht gegenüber Raumangebot. Nach einem langen Tag auf dem Trail ist es jedoch wichtig, sich im Zelt wohlzufühlen – unabhängig von der Innenraumgröße. Die Zeltform, ob Tunnel oder Kuppel, beeinflusst dabei das Raumvolumen und die Kopffreiheit.
Saisonklassifizierung
Die Saisonklassifizierung eines Zelts beschreibt, in welchen Jahreszeiten es eingesetzt werden kann. Man unterscheidet:
- 2-Jahreszeiten-Zelte: Für den Sommer konzipiert, ideal von Spätfrühling bis Frühherbst bei stabiler Witterung.
- 3-Jahreszeiten-Zelte: Robuste Allrounder, die auch Regen und Wind trotzen – perfekt für Trekkingtouren außerhalb des Winters.
- 4-Jahreszeiten-Zelte: Ganzjahreszelte für anspruchsvolle Expeditionen in großer Höhe. Sie schützen zuverlässig vor Starkregen, Schneestürmen und heftigen Winden.
Hinweis: Unabhängig von der Saisonklassifizierung spendet ein Zelt keine Wärme. Ein 4-Jahreszeiten-Zelt bietet jedoch besseren Schutz bei winterlichen Extrembedingungen als ein 2- oder 3-Jahreszeiten-Modell.
Maße und Gewicht
Beim Trekking, Wandern oder Biwakieren sind Gewicht und Packmaß des Zelts im zusammengelegten Zustand entscheidende Faktoren. Anders als beim klassischen Camping zählt hier jedes Gramm und jeder Liter Volumen im Rucksack.
Ein zu schwerer oder unausgewogener Rucksack führt zu Ermüdung, Schmerzen und verringertem Komfort auf längeren Touren. Die Wahl eines leichten und kompakten Zelts hilft, Energie zu sparen und das Tragesystem effizient zu organisieren.
Welches Gewicht ist ideal für ein leichtes Trekkingzelt?
Wir empfehlen, nicht mehr als 1,5 kg pro Person einzuplanen – inklusive Zeltplane, Gestänge und Zubehör. Ein 2-Personen-Trekkingzelt mit 3 kg Gesamtgewicht entspricht diesem Richtwert und lässt sich über mehrere Tage angenehm tragen.
Packmaß: Volumen ist ebenso wichtig wie Länge
Die Packmaße des Zelts beeinflussen direkt den Platzbedarf im Rucksack. Kompakte oder ultraleichte Modelle nutzen technische Stoffe und kurze Gestängebögen, um das Packvolumen zu reduzieren – oft bei höherem Preis.
Tipp: Wählen Sie ein Zelt, bei dem sich die Gestängeteile separat von der Zeltplane verstauen lassen. So können Sie das Gewicht besser im Rucksack verteilen und die Balance beim Tragen, insbesondere auf langen Etappen, optimieren.
Einwandig oder Doppelwandig
- Einwandig: leichter und schneller Aufbau, jedoch anfälliger für Kondensation
- Doppelwandig: vielseitiger, bessere Feuchtigkeitsregulierung, komfortabler beim Biwak
Einwandzelt: Leichtigkeit und Schnelligkeit
Das Einwandzelt (Einwandkonstruktion) besteht aus nur einer Schicht. Es richtet sich an Wanderer und Trekker, die maximale Gewichtsersparnis und schnellen Aufbau bevorzugen – besonders bei wechselhaftem Wetter.
Im Gegenzug sind die Materialien, obwohl robust, meist weniger atmungsaktiv, was zu Kondensbildung im Innenraum führen kann. Zudem fehlt die Apsis, wodurch die Ausrüstung im Innenzelt aufbewahrt werden muss.
Empfohlen, wenn:
- Sie ein ultraleichtes Zelt suchen,
- Sie auf kurzen Touren unterwegs sind,
- Sie mit minimalistischem Komfort zufrieden sind.
Doppelwandzelt: Komfort und Feuchtigkeitsmanagement
Das Doppelwandzelt besteht aus einem Innenzelt und einem Außenzelt (Flysheet). Diese Konstruktion ermöglicht eine effiziente Luftzirkulation und reduziert die Kondensation deutlich – ein entscheidendes Kriterium beim Trekking und Biwakieren.
Obwohl es in der Regel etwas schwerer und aufwendiger im Aufbau ist, bietet es höheren Komfort, insbesondere durch die Apsis, die ideal zum Verstauen des Rucksacks, der Schuhe oder zum geschützten Kochen ist.
Empfohlen, wenn:
- Sie mehrere Tage unterwegs sind,
- Sie bei feuchtem oder wechselhaftem Wetter biwakieren,
- Sie mehr Komfort und Raum bevorzugen.
Vergleichstabelle: Einwandzelt vs. Doppelwandzelt
| Kriterium | Einwandzelt | Doppelwandzelt |
|---|---|---|
| Struktur | Nur eine Zeltwand | Innenzelt + Außenzelt |
| Gewicht | Leichter | Schwerer |
| Aufbauzeit | Schnell | Länger |
| Kondensationsmanagement | Häufige Kondensation | Deutlich reduzierte Kondensation |
| Belüftung | Begrenzt | Optimiert durch Luftzirkulation |
| Apsis (Stauraum) | Nein | Ja |
| Aufbewahrung der Ausrüstung | Im Innenzelt | In der Apsis, außerhalb des Innenzelts |
| Komfort beim Biwak | Minimalistisch | Komfortabler |
| Empfohlene Nutzung | Leichtwandern, Fast Hiking | Trekking, Mehrtagestouren, Biwak |
Apsis
Die Apsis ist der Stauraum außerhalb des Innenzelts, meist vor oder seitlich des Zeltes. Sie ist äußerst praktisch, da sie zusätzlichen Platz für Ihre Ausrüstung am Ende des Tages bietet. Dort können Sie Ihren Rucksack und Ihre Schuhe mit „Umkleidekabinen“-Duft abstellen und nur das Nötigste für die Nacht bei sich behalten. Die Apsis ermöglicht es Ihnen, Ihren Schlafbereich optimal zu nutzen, schützt vor unangenehmen Gerüchen nasser Socken und hält gleichzeitig Ihre gesamte Ausrüstung trocken und wettergeschützt.
Welche Farbe wählen?
Das mag nebensächlich erscheinen, doch neben dem ästhetischen Aspekt kann die Farbe in bestimmten Situationen eine wichtige Rolle spielen. Im Sommer sorgt ein dunkel gefärbtes Zelt zwar dafür, dass Sie länger vor Licht geschützt sind, es speichert jedoch auch die Wärme der Sonnenstrahlen und kann die frühen Morgenstunden unangenehm heiß machen.
Helle Zeltfarben hingegen werden bei Expeditionen bevorzugt, da sie das Innere auch bei schlechtem Wetter hell und freundlich halten, falls Sie den Tag im Zelt verbringen müssen. Nachteil: Ausschlafen wird damit schwierig!
Zeltunterlage (Footprint)
Der Footprint, auch Zeltunterlage genannt, ist eine zusätzliche Schutzschicht, die zwischen Zeltboden und Untergrund gelegt wird – als Ergänzung zum integrierten Boden. Er ist exakt auf die Maße des jeweiligen Zelttyps abgestimmt und schützt den Zeltboden effektiv vor Abrieb, Feuchtigkeit, Schlamm und scharfen Gegenständen (Steinen, Wurzeln, Vegetation). Die Verwendung verlängert die Lebensdauer des Zeltes – ein besonders wichtiger Punkt bei leichten Trekkingzelten, deren Boden dünner ist als der von klassischen Campingzelten. Der Footprint verbessert zudem die Isolierung gegen Bodenfeuchtigkeit und erleichtert die Reinigung, da er deutlich einfacher zu säubern ist als das gesamte Zelt.
Das beste Zelt für Ihre Aktivität: Camping, Trekking, Biwak
Gelegentliches oder stationäres Camping
Beim klassischen Camping spielen Gewicht und Packmaß eine untergeordnete Rolle. Hier stehen Komfort, Wohnlichkeit und einfache Handhabung im Vordergrund.
Ein geräumiges Zelt, meist ein Doppelwandzelt mit großzügiger Stehhöhe und großer Apsis, eignet sich ideal für den stationären Einsatz oder für Reisen mit dem Fahrzeug.
Priorität: Komfort und Platz, weniger Gewicht.
Wanderungen mit gelegentlichem Biwak
Für eine mehrtägige Wanderung mit gelegentlichem Biwak über ein bis zwei Nächte bei sommerlichen Bedingungen genügt ein 2-Jahreszeiten-Zelt.
Ein leichtes Einwand- oder Doppelwandmodell in Kuppelbauweise bietet einen guten Kompromiss zwischen Gewicht, einfachem Aufbau und Wohnkomfort. Das geringe Gewicht ist vorteilhaft, ohne so entscheidend zu sein wie bei langen Trekkingtouren.
Priorität: Einfachheit, Vielseitigkeit, kontrolliertes Budget.
Regelmäßiges Biwakieren und wechselhafte Wetterbedingungen
Wenn Sie regelmäßig in freier Natur übernachten oder außerhalb der Hochsaison unterwegs sind, empfiehlt sich ein 3-Jahreszeiten-Zelt.
Ein Doppelwand-System ist hier unverzichtbar, um Kondensation zu minimieren, die Belüftung zu verbessern und besseren Schutz vor Regen und Wind zu gewährleisten. Die Apsis bietet zudem Platz zur Aufbewahrung der Ausrüstung außerhalb des Innenraums.
Priorität: Wetterschutz, Belüftung, Schlafkomfort.
Trekking und Alpinismus: lange Touren und anspruchsvolle Bedingungen
Beim Trekking oder Bergsteigen muss das Zelt ultraleicht, kompakt und zuverlässig sein. Gewicht und Packmaß im Rucksack sind entscheidend für den Gehkomfort.
Ein 3-Jahreszeiten-Doppelwandzelt, das selbsttragend ist, wird dringend empfohlen, um auf verschiedensten, oft unvorhersehbaren Untergründen sicher biwakieren zu können – stets geschützt vor Wind und Wetter.
Priorität: Leichtgewicht, Kompaktheit, Anpassungsfähigkeit an das Gelände.
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